Perfektionismus - die Maske der Makellosigkeit

Foto: Pixabay
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Unsere Gesellschaft bewertet den Perfektionismus positiv, denn es ist erstrebenswert, pünktlich zu sein, fleißig und verlässlich, sich zu 100%ig zu engagieren, sich selbst zu optimieren und "alles geregelt zu bekommen".

Wir messen uns an Anderen, wollen nach "außen" möglichst gut dastehen und fragen uns ständig, was Andere über uns denken.

Der Perfektionist trägt damit aber auch eine schwere Bürde, denn er verlangt von sich selbst oft Unmögliches und steckt sich unerreichbare Ziele, darf sich keinen Fehler leisten, denn er strebt eine makellose Vortrefflichkeit seines Lebens an.

Die Gesellschaft belohnt den Perfektionismus und gibt uns die ersehnte Anerkennung. Der Angestellte, der in langen Überstunden sein Projekt erfolgreich abgeschlossen hat, die Eltern, denen es gelungen ist, ihr Kind mit Nachhilfe aufs Gymnasium zu bekommen, die Mutter, die in ihrer beruflichen Laufbahn nicht zurückstecken muss, weil sie sich erst zurücklehnen kann, wenn die tägliche To-do-Liste lückenlos abgearbeitet ist. Sie alle haben das Gefühl, dass sich der Einsatz gelohnt hat und sie "alles richtig" gemacht haben.

Während Nicht-Perfektionisten Fehler für menschlich halten und mit Misserfolgen gelernt haben umzugehen, ist die Silbermedaille für den Perfektionisten ein echtes Problem, weil sie seinen Selbstwert in Frage stellt. Der Perfektionist kennt keine Gnade mit sich selbst, wenn er seine eigenen hohen Erwartungen nicht erfüllt hat. Er glaubt, dass die anderen ihn für einen Versager halten, für schwach und mittelmäßig.

Der Perfektionist steht unter dem Diktat des Sollens und Müssens

 

Die Psychologie erklärt dieses unerbittliche Haltung sich selbst gegenüber mit Ursprüngen in der Kindheit und der Erziehung. Eltern, die viel von ihren Kindern erwarten, Kinder die ihre Eltern nicht enttäuschen wollen.

Die Reaktion der Eltern auf kindliches Verhalten, das nicht ihren Erwartungen entspricht, wird im Gehirn abgespeichert. Regeln, Ge- und Verbote und die enttäuschte Reaktion der Eltern führen zu einem Selbstbild, dass Angst hat, nicht genügend Liebe und Anerkennung zu bekommen, kein liebenswerter Mensch zu sein, wenn man die Regeln verletzt hat, nur Aufmerksamkeit und Anerkennung zu bekommen, wenn man, sich tadellos benimmt, außergewöhnliches leistet und bewundernswert ist.

Eltern, die eigentlich nur das Beste für ihre Kinder wollen, fördern diesen Perfektionismus, der bei vielen Menschen später einen hohen Leidensdruck erzeugt. Oft stehen auch körperliche Leiden wie Migräne, Rücken- und Magenschmerzen damit in Zusammenhang.

  • Saturn

Saturn ist die Kraft in uns, die uns Schutz suchen lässt und Angst vor möglichen Gefahren auslöst. Sie fordert uns auf, gesellschaftliche Normen zu respektieren und aktiv auf ihre Einhaltung hinzuwirken. Saturn ist der innere Richter, der uns sagt :"du sollst/ sollst nicht, du musst/darfst nicht".

Menschen mit einem stark platzierten Saturn im Horoskop hören diese Stimmer lauter und unerbittlicher. Sie reagieren auf Eltern, die viel fordern und verlangen sensibler und neigen eher dazu, diese Haltung zu verinnerlichen. Saturn nährt den inneren Selbstzweifel, uns immer fragt, ob wir gut genug sind, hilfsbereit genug, schön genug, überzeugend  genug, pflichtbewusst genug usw.

 

Saturn-Venus-Verbindungen lassen uns nach einem perfekten Äußeren, nach perfekter Schönheit streben, nach perfekter Harmonie.

Saturn-Jupiter-Verbindungen schrauben die Erwartungen in den Himmel, man erwartet viel und überdurchschnittliches von sich selbst und dem Leben allgemein.Mittelmaß wird als unbefriedigend empfunden.

Saturn-Mars-Verbindungen fördern eine selbstkritische Haltung dem eigenen Tun gegenüber. Man ist unzufrieden, wenn man nicht hart genug gearbeitet hat, etwas nicht fertig gestellt hat, etwas nicht richtig gemacht hat.

Saturn im 10. Feld zeigt eine hohe Sensibilität was die Außenwirkung und das Image betrifft, die Stellung innerhalb der Gesellschaft, den Anspruch respektabel und tadellos zu sein.

Saturn im 4. Feld deutet oft auf ein Elternhaus, in dem die Einhaltung von Regeln hohe Priorität hat, auf Strenge und hohen Erwartungsdruck, auf den der Mensch besonders sensibel reagiert.

 

  • Steinbock

mit einer Steinbockbetonung, hat man eine generelle Affinität hart gegen sich selbst zu sein, Erwartungen und Normen über die eigenen Interessen zu stellen, oder selbst Verkörperung gesellschaftlicher Normen zu sein. Eine Neigung zu Schuldgefühlen und Versagensängsten ist im Steinbock am deutlichsten ausgeprägt. Er hat schnell das Gefühl, alles selbst machen zu müssen, damit es richtig wird.

 

  • Jungfrau

eine Betonung des Zeichens Jungfrau fördert ebenfalls den Perfektionismus, weil es der Jungfrau um die Details geht, die stimmen müssen, um Ordnung und Sauberkeit, die herzustellen und einzuhalten einen wichtigen Wert darstellt. Es gibt eine fixe Vorstellung davon, wie es "zu sein hat", die aber in der Realität eine unüberwindliche Hürde darstellen kann. Angepasstheit an die gesellschaftlichen Erwartungen lässt sie eventuell im aktuellen Optimierungswahn "mitschwimmen".

 

 

 

So individuell wie die Ausprägungen des Perfektionismus und die Formen darunter zu leiden, so individuell sind auch die Wege hinaus, zu einem gesunden Gleichgewicht von Ehrgeiz und Akzeptanz unserer Selbst mit unseren Fehlern und Unzulänglichkeiten.

Die genaue Ursachenforschung und ein Lösungsansatz lässt sich nur die Analyse des individuellen Horoskops erarbeiten.

 

 

 

Literatur zum Thema:

Raphael M. Bonelli: Perfektionismus. Wenn das Soll zum Muss
wird. Pattloch, München 2014

 

 

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