Die 7 Hauptlaster aus astrologischer Sicht (3) - Invidia

Hieronymus Bosch, Die Sieben Todsünden und die vier letzten Dinge. Um 1495–1520
Hieronymus Bosch, Die Sieben Todsünden und die vier letzten Dinge. Um 1495–1520

 


Im Katechismus der katholischen Kirche sind 7 besonders schwerwiegende  Sünden beschrieben, die aus schlechten  Charaktereigenschaften entstehen.

Während  die Kirche  die vollkommende Reue (Beichte) als Mittel anbietet  der „Höllenstrafe“ zu entkommen, ist aus humanistischer und aufgeklärter Sicht die Persönlichkeitsentwicklung

zentral, um die eigenen Charaktereigenschaften zu reflektieren und  bewusst in eine andere Richtung steuern zu können.

Aus astrologischer Sicht lassen sich die sieben Hauptlaster der Menschheit mit den 7 (im Altertum bekannten) Planeten in Verbindung bringen.


 Teil 3 - Der Neid - Invidia

Und Hochmut ists, wodurch die Engel fielen,
Woran der Höllengeist den Menschen faßt. - See more at: http://www.friedrich-schiller-archiv.de/die-jungfrau-von-orleans/prolog-jungfrau-von-orleans/prolog-2-auftritt/#sthash.a62vn0YA.dpuf

"Der Haß ist ein aktives Mißvergnügen, der Neid ein passives;

deshalb darf man sich nicht wundern, wenn der Neid so schnell in Haß übergeht."

Johann Wolfgang von Goethe

 

Und Hochmut ists, wodurch die Engel fielen,
Woran der Höllengeist den Menschen faßt. - See more at: http://www.friedrich-schiller-archiv.de/die-jungfrau-von-orleans/prolog-jungfrau-von-orleans/prolog-2-auftritt/#sthash.a62vn0YA.dpuf

Boschs Gemälde zeigt eine Szene in einer Gasse, in der alle Beteiligten durch Neid und Mißgunst miteinader verflochten sind.  Ein Ehepaar blickt offensichtlich mißgünstig aus dem Fenster auf einen standenmäßig höherstehenden Mann, der einen Jagdfalken auf der Hand trägt. Dieser wiederum neidet einem männlichen Konkurrenten seinen Erfolg beim Werben um eine schöne Frau hinter dem Vorhang. Der Ehemann hält einen Knochen in der Hand. Selbst der Hund, der bereits zwei Knochen hat, schielt noch einem weiteren , der andere Hund gönnt ihm die Beute nicht. Neben der Schlange ist der Hund ein häufig dargestelltes "Neidtier".

Invidia ( Neid, Mißgunst ) und das Planetenprinzip des Merkur

 

 

Merkur ist astrologisch verbunden mit dem vergleichenen Denken, der Fähigkeit der Analyse. Als Neid ausgeprägt vergleicht das Denken sich mit Anderen. Neid ist der Gegensatz des Stolzes, während man im Stolz Gründe dafür findet, warum man selbst besser ist als der Andere, empfindet man im Neid sich selbst als unzulänglich und alles was andere haben als wertvoll und erstrebenswert.

In den meisten Darstellungen des Neides in der Kunst sind gelbe Monster, Neid ist ein Gift, das den Betroffenen von innen zerfrisst. Meist ist eine ältere Frau dargestellt, denn Neid scheint weiblich zu sein. Gemeint ist hier übrigens nicht der von Freud postulierte Penis-Neid ;-)

 

Kain erschlug seinen jüngeren Bruder Abel aus Neid, weil Gott dessen Opfer vorzog. In Shakespeares Othello finden wir die Figur des Jago, der als personifizierter Neid, alles Gute, Schöne, Glückliche haßt und der nur noch Freude daran findet, anderen zu schaden. Er liebt es,"das Strahlende zu schwärzen und das Erhabene in den Staub zu ziehen", herunter zu sich.

Seit dem Beginn des bürgerlichen Zeitalters scheint Neid der Motor für Fortschritt und wirtschaftliches Wachstum zu sein, weil die permanente Unzufriedenheit des "Das muss ich auch haben" immer neue Konsumwünsche weckt. Wilhelm Busch meinte, Neid sei die aufrichtigste Form der Anerkennung.

Aus Ansporn und Herausforderung wird jedoch allzu leicht ein permanten Gefühl der nagenden Unzufriedenheit, die das subjektiv wahrgenommene Minderwertigkeitsgefühl immer weiter verstärkt und auf Dauer selbstzerstörerisch wirkt.

 

Astrologisch betrachet sind die von Merkur beherrschten Zeichen Zwillinge und Jungfrau besonders anfällig für die Schatten Neid und Mißgunst. Die Jungfrau versucht ihr ohnehin schwach ausgeprägtes Selbstwertgefühl dadurch zu kaschieren, das sie Andere ständig kritisiert,  besonders wenn Saturn zur Sonne um Quadrat steht. Manche Jungfrauen gönnen sich aus übertriebender Sparsamkeit selbst nichts und können auch dem Anderen schlecht etwas zugestehen, das sie sich selbst versagen.

Die Zwillinge vergleichen unaufhörlich gedanklich und finden Andere dann hübscher, schlauer, bevorzugt, und bedeutender. Dann gehören die Zwillinge manchmal zu den weiblichen gehässig-schwatzhaften "Lästermäulern", die man immer und überall da treffen kann, wo Mütter zu finden sind.

 

Auswege aus dem Neid sind Wertschätzung sich selbst gegenüber und Dankbarkeit für die eigenen Fähigkeiten und Talente, Freude am Besitz und Wertschätzung für die eigenen Erfolge.